Viktor Frankl (1905 - 1997)
Dr. med. et Dr. phil., österreichischer Neurologe und Psychiater

Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.

Was nährt meinen Geist?

Durch geistige Balance zu mehr Lebensfreude und Gesundheit

In meinen letzten zwei Artikeln ging es um die „Die Kraft der Selbstheilung“ und „Was nährt meinen Körper?“. In diesem Artikel geht es nun um die Frage „Was nährt meinen Geist?“. Unter Geist verstehe ich den Verstand und das Denken. Es geht also darum, was führt zu geistiger Gesundheit und was verhindert oder schwächt diese. Wie in all meinen Artikeln, geht es auch diesmal um die Möglichkeiten, die im eigenen Einflussbereich liegen. Um in einer Zeit in der das Motto „höher, schneller, weiter“ noch immer den Ton angibt, zu mehr geistiger Ruhe, Gelassenheit und damit Gesundheit zu gelangen.

 

Welche Nahrung bekommt Ihr Geist?

 

Ca. 80.000 Gedanken denken wir pro Tag - eine unglaubliche Zahl. Doch was noch unglaublicher ist, dass wir 80% dieser Gedanken bereits gestern, vorgestern oder vorvorgestern auch schon gedacht haben. Das Meiste von unserem Denken findet unbewusst statt. Und nur 3% aller Gedanken, haben eine aufbauende Wirkung und dienen damit der Steigerung unseres Selbstwertgefühls. Bei diesen Zahlen wundert es nicht, dass viele Menschen unglücklich durch die Welt laufen und lieber in ihrer Komfortzone stecken bleiben, als sich etwas Neues zuzutrauen und einen Schritt ins Ungewisse zu wagen.

 

Hinzu kommt, dass wir jeden Tag mit unendlichen vielen Sinneseindrücken konfrontiert werden. Genauer gesagt 11 Millionen Bit Informationen pro Sekunde. Zum Glück hat unser Verstand einen eingebauten Verarbeitungs-Filter, der nur 40 Bit pro Sekunde an Informationen durchlässt. So fällt zwar vieles durch den Filter, bei einer durchschnittlichen Wachzeit von 16 Stunden sind es jedoch immer noch rund 2,3 Millionen Informationen pro Tag die wir verarbeiten müssen. Nur setzt sich kaum einer von uns bewusst mit diesen Informationen auseinander. Das Meiste davon strömt völlig unbewusst auf uns sein. Die Medien, Internet, Radio, TV und Co sind dabei die Hauptquellen. Doch gemeint sind nicht nur Eindrücke, die wir über die Augen und Ohren wahrnehmen, es geht ebenso um Sinneseindrücke, die wir über die Haut, die Nase und den Mund aufnehmen. 

 

Wen wundert es da noch, dass die meisten Menschen am Abend, oder schon deutlich früher am Tag, völlig leer im Kopf sind und sich erschöpft fühlen. Was der Geist und auch der Körper an dieser Stelle brauchen würde, wäre Entspannung also einen Gegenpol zu dem Stress, dem wir den Tag über ausgesetzt sind. Doch den Ausgleich den viele Menschen am Abend nach getaner Arbeit suchen, führt häufig nicht zu geistiger Entspannung.

 

Wie verbringen Sie Ihren Abend?

 

Ohne eine Studie zitieren zu können, wage ich die Behauptung, dass die meisten den Abend vor einem elektronischen Gerät (TV, Handy, Computer) verbringen. Für unseren Geist heißt dies, dass der Modus „Informationsaufnahme“ ununterbrochen weiter läuft. Auch wenn der Inhalt einen Gegenpol zur Arbeit darstellt, für den Geist heißt es weiter Informationen aufnehmen, filtern und verarbeiten. Neben diesen zusätzlichen Informationen, die unser Geist verarbeiten soll, verhindert das unnatürliche Licht der elektronische Geräte, den natürlichen Ausstoß von Melatonin. Melatonin ist das Schlafhormon und maßgeblich dafür verantwortlich, wie gut wir schlafen (ausführliche Informationen für einen gesunden Schlaf finden Sie z. B. im Buch „Meine sanfte Medizin für einen guten Schlaf“ von Franziska Rubin. Wichtig ist auch sich vor Augen zu führen, dass der Körper den Schlaf braucht, um diverse Reparaturprozesse zu vollziehen und die im Laufe des Tages gesammelten Eindrücken zu verarbeiten und speichern zu können. Somit gehört ein guter Schlaf mit zu den wichtigsten Komponenten für ein gesundes Zusammenspiel zwischen Körper, Geist und Seele.

 

Doch womit den Abend verbringen?

 

Eigentlich könnte hierauf nun eine ganz einfache Antwort folgen. Zum Beispiel eine Liste mit Vorschlägen und Impulsen von Dingen, die nach Meinung vieler Experten zu einer guten Balance von Körper, Geist und Seele führen. In dieser Liste wären Impulse zu finden wie: 

- Nutzen Sie den Abend um in der Natur spazieren zu gehen. 

- Kochen Sie sich etwas Gesundes und leicht bekömmliches und nehmen Sie es in Ruhe zu sich.

- Lesen Sie ein gutes Buch.

- Pflegen Sie in guter Atmosphäre Ihre sozialen Kontakte.

- Machen Sie Sport alleine oder mit Freunden.

- Meditieren Sie oder bringen Sie Ihren Geist mit Hilfe anderer Methoden des Achtsamkeitstraining zur Ruhe.
Doch dabei möchte ich es nicht belassen. 

 

Gesagt ist nicht gehört. Gehört ist nicht verstanden. Verstanden ist nicht einverstanden. Einverstanden ist nicht behalten. Behalten ist nicht angewandt. Angewandt ist nicht beibehalten. (Heinz Goldmann, 1919 - 2005)

 

Denn obwohl die Anzahl der Menschen, die sich für eine Alternative zum abendlichen TV schauen geöffnet haben steigt und viele von ihnen bereits gute Erfahrungen damit gemacht haben und immer mehr wissenschaftliche Studien die positive Effekte z. B. von Achtsamkeitstraining bestätigen, schaffen es nur die aller wenigsten Menschen damit wirklich eine nachhaltige Veränderung in ihrem Leben zu bewirken.

 

Wir wüssten schon wie es geht, doch wir tun es nicht?

 

Woran liegt das? Ich behaupte nicht an den fehlenden Informationen oder der Möglichkeit diese Methoden zu erlernen, denn dank YouTube sind diese jedem mit Internet zugänglich.

 

Wir sind uns der Folgen nicht bewusst?

 

In der Geschichte des Menschen ist zu beobachten, dass wirkliche Veränderung nur stattgefunden hat, wenn Grundbedürfnisse (Nahrung, Sicherheit usw.) nicht mehr erfüllt werden konnten. Anders gesagt, der Leidens-Druck so groß wurde, dass eine Veränderung unablässig wurde. Die Hirnforschung erklärt diesen Vorgang so: Unser Gehirn versucht möglichst wenig Energie zu verbrauchen. Dies gelingt ihm, in dem es sich bekannter Prozesse bedient und diese immer wieder ablaufen lässt. (Beispiel Autofahren). Wenn jedoch Körper, Geist und Seele in Dis-Balance geraten sind, weil wesentliche Bedürfnisse nicht mehr erfüllt werden konnten, benötigt das Gehirn zusätzliche Energie mit der Idee damit den inkohärenten Zustand möglichst schnell wieder zu beheben. Diese zusätzlich zur Verfügung stehende Energie, öffnet ein Fenster der Veränderung und auf einmal sind Dinge möglich, die wir uns unter anderen Umständen nicht hätten vorstellen können. In dieser Zeit sind wir offen für neue Wege und probieren diese aus. Ist ein kohärenter Zustand wieder eingetreten, geht die zur Verfügung stehende Energie wieder auf das Normalmaß zurück und die Gefahr in alte (destruktive) Verhaltensmuster wieder abzurutschen, wie z. B. in die abendliche Flimmerkiste zu schauen, steigt rapide. Der Leidens-Druck ist abgebaut und eine Instanz ins uns scheint es nicht mehr für nötig zu halten die neuen Verhaltensweise beizubehalten. Menschen mit wenig Selbstdisziplin, und das scheint die Regel, denn nur 1 von 100 verfügt über Selbstdisziplin, finden sich dann schneller in ihrem alten Trott wieder als ihnen lieb ist. Dies geht so lange gut, bis das Maß wieder voll ist und alles wieder von vorne beginnt. Gleiches trifft nicht nur auf Veränderungsprozesse in uns selbst zu, auch im zwischenmenschlichen Bereich ist dieser Teufelskreis immer wieder zu beobachten. 

 

Wie den Teufelskreis durchbrechen?

 

Doch was wäre, wenn diese innere Instanz in uns, entgegen obigem Verlauf, uns dazu ermutigen würde die neu erlernten Verhaltensweisen beizubehalten. Was wäre, wenn sie uns bekräftigen würde, für uns und unsere Bedürfnisse einzustehen, auch wenn der Leidens-Druck schwächer geworden ist. Was wäre, wenn sie uns die Erlaubnis geben würde jeden Tag gut für uns zu sorgen. Für mich ist das die Instanz der Selbstfürsorge, die auf einem gesunden Selbstwert beruht. Mehr dazu findest du in meinem Artikel „Es sich wert sein“.

 

Bevor ich zum Ende komme möchte ich noch zwei weitere wichtige Aspekte beleuchten, die aus meiner Sicht ebenso maßgeblich für eine geistige Gesundheit sind. 

 

Wir denken uns schlecht!

 

Viele von uns sagen, ich fühle mich schlecht. Dabei wäre es wahrer zu sagen, „ich denke mich schlecht“. Warum? Weil jedem Gefühl ein Gedanken voraus geht. Wenn Sie ein Gefühl in sich wahrnehmen, ist es extrem hilfreich sich selbst zu fragen, „Was habe ich gerade gedacht?“. Vielleicht hatten Sie Gedanken wie z. B. „Ich finde nie den richtigen Partner“, „Meine Freunde interessieren sich nicht für mich“, „Keiner hat Zeit für mich“, „Alle anderen haben mehr erreicht als ich“ und so weiter. Diese Art Gedanken gehören wie oben erwähnt, zu den 80% die wir gestern, vorgestern und vorvorgestern auch schon gedacht haben. Sie fahren in unserem Kopf Karussell und gehören zu den größten Saboteuren des sich „Glücklich-Fühlens“. Wie Sie aus Ihrem Gedankenkarussell aussteigen können lesen Sie in meinem Artikel „Raus aus dem Gedankenkarussell“

 

Nehmen Sie sich die Zeit für die Dinge, die Sie glücklich machen.

 

Was ist Ihr intellektueller Ausgleich zu Ihrer Arbeit? Wann kommen Sie in Ihren „Flow“-Zustand und vergessen alles um sich herum? Haben Sie solch eine Tätigkeit bereits für sich gefunden? Wenn nicht, möchte ich Sie dazu einladen auf die innere Suche danach zu gehen. Denn es gibt mindestens zwei Gründe, warum Sie möglichst viel Zeit mit den Dingen verbringen sollten, die Sie glücklich machen. 1. Jedes Mal wenn wir einer Tätigkeit mit Freude nachgehen, entstehen in unserem Gehirn - vereinfacht ausgedrückt - neue Verschaltungen. Diese Verschaltungen können bis ins hohe Alter immer wieder neu entstehen und schützen unser Gehirn davor im Alter an Demenz zu erkranken. 

2. Zu wissen welche Tätigkeit einen wirklich glücklich macht, ist eine unerschöpfliche Kraftquelle. Ob beim Schreiben, Gärtnern, Kochen, Malen, Musizieren oder jeder anderen Tätigkeit, es spielt keine Rolle was es ist, sondern wie Sie sich dabei fühlen. Gelangen Sie dabei in den oben genannten „Flow“, fühlen Sie sich danach erfüllt und genährt, dann haben Sie Ihre Kraftquelle gefunden. In unserer Kindheit hatten wir zu dieser Kraftquelle in uns in den allermeisten Fällen einen guten Zugang. Im Verlauf unseres Erwachsenwerdens jedoch vergessen die meisten, wie sie wieder zu dieser Kraftquelle gelangen. Im Coaching gibt es viele Methoden, die die innere Suche unterstützen und helfen können, die eigene Kraftquelle wieder zu entdecken. 

 

Rufen Sie noch heute an und vereinbaren Sie einen Termin für ein erstes kostenloses Telefon-Coaching. Ich freue mich, Sie kennenzulernen und Sie auf Ihrem persönlichen Weg zu mehr Lebensfreude, Leichtigkeit und Entspannung zu begleiten.

 

Mit herzlichen Grüßen bis zum nächsten Artikel, diesmal mit dem Fokus „Was nährt meine Seele?“.

Vera Elkendorf

Ihr Coach für mehr Lebensfreude

 

 

Veröffentlicht am 22.04.2018