Und dann muss man ja auch ...
Pipi Langstrumpf

„Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hinzuschauen.“

Kämpfen Sie noch oder kooperieren Sie schon?

Durch Gehirn-Balance zu mehr Kooperation und Lebensfreude gelangen!

 

 

„Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hinzuschauen.“ (Pipi Langstrumpf)

 

Wann haben Sie das letzte Mal einfach so vor sich hingeschaut? Ohne tieferen Grund oder Ziel - einfach so? Sie wissen es nicht mehr? Könnte es sein, dass Sie sich diesen „Luxus“ nicht gönnen, weil es immer irgendwas, ob wichtig oder nicht, zu tun gibt?

 

Für Pipi Langstrumpf war es eine Selbstverständlichkeit und damit auch kein großes Ding. Uns ergeht es da anders. In einer Zeit in der alles effizienter werden soll und die Digitalisierung Tätigkeiten in 5 bis 10 Jahren eliminieren wird, rennen wir immer schneller in unserem Hamsterrad, um nicht … , ja warum eigentlich genau? Mir kommt es manchmal vor, als würden wir immer noch glauben, dass nur diejenigen diese Zeit „überleben“ werden, die zeigen, dass sie noch schneller sind als alle anderen. Ob „immer schneller“, die Antwort auf die Fragen unser Zeit ist, wage ich zu bezweifeln. Mir erscheint unser aktuelles Handeln eher die Konsequenz und der Preis dafür zu sein, dass wir schon viele Jahre ohne Sinn und Verstand immer schneller gerannt sind. Von Pause und Zeit, um mal inne zu halten, können die meisten nur träumen.

 

„Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, sondern dorthin, wo kein Weg ist, und hinterlasse eine Spur.“ Jean Paul

 

Wohin uns dies gesundheitlich bisher geführt hat, zeigen uns die steigenden Burn-Out Raten und weitere Indikatoren. Ich habe mich mit den negativen Auswirkungen von Stress auf unseren Körper, vor einigen Jahre im Rahmen meiner Diplomarbeit beschäftigt. Unter dem Titel „Einzel-Coaching als Präventivmaßnahme gegen die Entstehung stressbedingter Erkrankungen“ gehe ich auf die Folgen von nicht abgebautem Stress in unserem Körper ein und welche Maßnahmen vorbeugend wirken. Aus einer etwas anderen Richtung habe ich das Thema in meiner Artikel-Trilogie „Was nährt meinen Körper?“, „Was nährt meinen Geist?“ und „Was nährt meine Seele?“ beleuchtet. Heute will ich auf die Auswirkungen unseres Denkens und Handelns eingehen, wenn wir unter Stress, Druck und Angst geraten.

 

Ich bin keine Hirnforscherin und habe auch nicht den Anspruch Ihnen einen Artikel zu präsentieren, der jedes Detail und alle Aspekte berücksichtigt. Dieser Beitrag beschreibt viel mehr Erkenntnisse, die in mir gereift sind, nach dem ich von vielen anderen Menschen Impulse eingesammelt habe. Einer davon ist ein Hirnforscher, so hoffe ich sehr, dass ich die Herleitung korrekt darstelle. 

Es geht mir also um die Frage: 

„Welche Auswirkung hat Stress, Druck und Angst vor der Zukunft auf unser Gehirn und damit auf unser Fühlen, Denken und Handeln?"

 

Dazu hole ich ein bisschen aus:

Unser Gehirn besteht, vereinfach ausgedrückt, aus drei Gehirnen. Der Hirnstamm ist entwicklungsgeschichtlich der älteste Teil unseres Gehirns. Es entwickelt sich im Mutterleib und während unserer frühen Kindheit als erstes. Die Kernfunktion des Hirnstamms ist „Sicherheit“, und falls diese nicht gegeben ist, kämpfen oder flüchten wir bzw. stellen uns tot. Der zweite Teil unseres Gehirns, das Mittelhirn, auch emotionales Gehirn, ermöglicht es uns als soziale Wesen in einer Gemeinschaft zu leben und uns sozialen Interaktionen zuzuwenden. Der zerebrale Kortex, die Großhirnrinde, ist der dritte und jüngste Teil unseres Gehirns. Dieser Teil steht mit unseren logischen, rationalen, sprachlichen, typisch menschlichen Fähigkeiten in Verbindung. Jeder dieser Teile unseres Gehirns ist einzigartig und arbeitet von Natur aus zusammen.

 

Wird unser Lebensraum von einer Gefahr (physisch oder psychisch) jedoch bedroht, aktiviert das limbische System, das eng mit den Stirnlappen verknüpft ist, über das sympathische Nervensystem eine Kampf-oder-Flucht-Reaktion. In diesem Zustand können wir entweder unsere Fäuste im Kampf oder unsere Beine zur Flucht einsetzen. Ein natürliches Zusammenarbeiten aller drei Gehirnteile ist in diesem Zustand nicht möglich. Für unsere Vorfahren war diese Reaktion bei der Jagd oder Flucht vor einem Säbelzahntiger überlebensnotwendig. In diesen Situationen waren soziale Interaktion, logisches und rationales Denken, sowie sprachliche Fähigkeiten nicht relevant, denn es ging im wahrsten Sinne des Wortes um Leben und Tod.

 

Wer oder was ist Ihr „Säbelzahntiger“?

 

Heute jedoch löst nicht mehr der Säbelzahntiger die Kampf-oder-Flucht-Reaktion in uns aus. Es sind vielmehr die Konflikte im zwischenmenschlichen Bereich, die unsicheren Arbeitsmarktbedingungen im digitalen Zeitalter und die stetig wachsenden alltäglichen Herausforderungen bei „gefühlt“ immer weniger Zeit. 

 

„…Wenn wir uns gehetzt, über-informiert und zu häufig angesprochen fühlen, Stress beklagen und Achtsamkeit vermissen, dann sollten wir uns bewusst machen, dass dies ein Symptom unserer Freiheit ist. Wir können nur deswegen den Eindruck haben, keine Zeit zu haben, weil wir frei sind. Und das wir diese Freiheit ebenso nutzen können, daran zu denken, dass alle Zeit der Welt immer für uns da ist.“ Nils Minkmar

 

Auch wenn sich die Auslöser sehr von denen unserer Vorfahren unterscheiden, die Reaktion ist noch immer dieselbe. Sobald unser Gehirn eine Gefahr identifiziert, wird die oben beschriebene Kampf-oder-Flucht-Reaktion aktiviert. Jedoch ist „kämpfen oder flüchten“ in unser Kultur zur Lösung der oben genannten Herausforderungen nicht immer angesagt. Stattdessen wäre es extrem hilfreich, wenn uns Fähigkeiten, wie zum Beispiel soziale Interaktion, logisches und rationales Denken, sowie sprachlicher Ausdruck zur Verfügung stehen würden. Leider hat uns jedoch die ausgelöste Kampf-oder-Flucht-Reaktion den Zugang dazu gerade vernebelt.

 

Und wie löst sich dieser Nebel wieder auf?

 

Im übertragenen Sinne ist es dafür notwendig zu kämpfen oder zu flüchten. Ihr Körper, immer noch programmiert auf die Kampf-oder-Flucht-Reaktion, will das überschüssige Adrenalin loswerden. Das beste Mittel wäre also sich einige Minuten schnell zu bewegen oder kräftig auf einen Box Sack zu hauen. Falls dies jedoch gerade nicht möglich ist, weil Sie im Büro sind und Sie Ihren Gesprächspartner nicht um eine längere Unterbrechung bitten wollen (was jedoch allen Beteiligten sehr gut tun würde), dann geben Sie sich zumindest drei Minuten Pause, in dem Sie kurz auf das „Stille Örtchen“ verschwinden. In der folgenden Anleitung finden Sie eine Erste-Hilfe für solche Situationen, damit Sie möglichst schnell wieder in der Lage sind, auf all Ihre Fähigkeiten zuzugreifen. Es handelt sich hierbei um vier kleine Übungen, die Sie auf kleinstem Raum überall machen können. Sie brauchen dabei nur sich selbst und den Mut „Stopp“ zu sagen und sich für ein paar Minuten aus der Situation zu verabschieden. Hier gelangen Sie zur Erste-Hilfe-Kurzanleitung (Datei).

 

Auch wenn Sie sich nach dieser kurzen Pause und dem Erste-Hilfe-Programm etwas besser fühlen, empfehle ich Ihnen sich später am Tag noch einmal ausgiebiger zu bewegen. So verhindern Sie, dass sich der Stress in Ihrem Körper manifestiert und dort Schaden anrichten kann. Auch die DAK berichtet in ihrem jährlich aufgelegten Gesundheitsreport, dass Erkrankungen am Muskel-Skelett wieder an erster Stelle mit 21,8 %, gefolgt von Psychischen Erkrankungen mit 16,7% für die Arbeitsunfähigkeit in 2017 waren. Wo sich der Stress in Körper manifestiert, hängt auch von der jeweiligen Konstitution ab. Jeder von uns hat ein sogenanntes schwächstes Glied in seiner Kette. Bei dem einen findet es sich eher im Magen/Darm-Trakt, beim anderen ist es das Herz/Kreislaufsystem und der Nächsten spürt es am ehesten im Rücken. Nehmen Sie die Signale Ihres Körpers nicht auf die leichte Schulter! Sicherlich kennen Sie Ihr schwächstes Glied bereits, gehen Sie achtsam mit sich um und sorgen Sie für ausreichend Ausgleich.

 

Zurück zur Frage: „Welche Auswirkung hat Stress, Druck und Angst vor der Zukunft auf unser Gehirn und damit auf unser Fühlen, Denken und Handeln?"

 

Wenn sich der Nebel in unserem Gehirn wieder aufgelöst hat, wir wieder klare Sicht haben, haben wir auch wieder Zugang zu den Bereichen, die vorher wegen der Kampf-oder-Flucht-Reaktion ausgeblendet waren. Besser noch, alle Teile unseres Gehirns arbeiten wieder zusammen. Es wird kooperiert, wo vorher nur „überleben“ angesagt war. So wie unser Gehirn mit all seinen Teilen in diesem Zustand wieder perfekt zusammenarbeitet, sind wir auch außerhalb von uns selbst wieder in der Lage zu kooperieren, anstatt gegeneinander zu kämpfen. Ob auf der Arbeit, in der Partnerschaft oder im Verein, jeder von uns bringt besondere Fähigkeiten und Qualitäten mit, um Antworten auf die offensichtliche Fragen unserer Zeit zu finden. Wenn wir in einer Weise zusammenarbeiten, in der jeder seine Fähigkeiten und Qualitäten einbringen kann, ist eigene als auch gemeinsame Potentialentfaltung möglich. So entstehen kreative Lösungen, die nicht nur kurzfristige Erfolge versprechen, sondern langfristige, weil sie mehrere Sichtweisen vereinen. Auch bei persönlichen Anliegen, kann der Austausch mit anderen sehr hilfreich sein. Ein unbeteiligter Dritte sieht das Problem aus einem weiteren Blickwinkel und unterstützt Sie dabei das eigene Sichtfeld zu erweitern und neue Lösungsstrategien in Betracht zu ziehen.

 

So die Ideal-Welt. Doch noch scheint dieser Zustand eher die Ausnahme zu sein. Liegt es an den vorherrschenden Bedingungen? Mag sein, doch ich plädiere auch an dieser Stelle für konsequente Selbstverantwortung. Wie lange Sie im Zustand von Kampf-oder-Flucht bleiben, und damit Kooperation im höchsten Sinne verhindern, entscheiden Sie. Auch, ob Sie mit Hilfe von achtsamkeitsbasierten Übungen die Grundlage dafür schaffen, seltener in den Kampf-oder-Flucht-Modus zu gelangen.

Denn die alles entscheidende Botschaft ist, Sie haben es selbst in der Hand, ob und wie Sie auf eine „Gefahr“ reagieren.

 

"Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit." Viktor Frankl

 

Wenn Sie sich nun von all dem angesprochen fühlen und zugleich nicht wissen, wie Sie dies für sich selbst umsetzen sollen, dann freue ich mich Ihnen Wege aufzuzeigen und die ersten Schritte gemeinsam mit Ihnen zu gehen. 

Rufen Sie mich unter 0151/ 46525418 an oder schreiben Sie mir eine E-Mail info@elkendorf-coaching.de. Ich freue mich auf Sie - die Entscheidung liegt bei Ihnen.

Mit herzlichen Grüßen und bis zum nächsten Artikel.

Vera Elkendorf

Ihr Coach für mehr Lebensfreude


Veröffentlicht am 09.12.2018