Krise
Max Frisch

„Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihm nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“

Gönnen Sie sich eine Krise

Durch Krisen zu persönlichem Wachstum und mehr Lebensfreude!

 

Wie ist das Wort „Krise“ für Sie belegt? Negativ oder positiv?

Welche Bilder der Vergangenheit oder Zukunft tauchen in Ihnen auf, wenn Sie an „Krise“ denken? Sehen Sie vor Ihrem inneren Auge, sich selbst in einer Zeit, in der Sie in einer Krise steckten oder eine für Sie wichtige Person?

Oder fallen Ihnen beim Wort „Krise“ eher die globalen Krisen, wie Weltwirtschaftskrise, Finanzkrise oder Flüchtlingskrise ein? 

Vielleicht erinnern Sie sich aber auch an die positiven Entwicklungen, die Sie selbst, Freunde oder die Welt dank einer Krise vollzogen haben?

 

Gönnen Sie sich selbst ab und zu eine Krise? Oder gehören Sie zu den Menschen, die selbst schwere Krisen abtun, schnell darüber hinweg gehen oder sofort eine Lösung parat haben, ohne die Tiefen ergründen zu wollen?

 

In diesem Artikel geht es um die persönlichen Krisen. Krisen, die unser Leben auf den Kopf stellen und uns den Boden unter den Füßen wegreißen. Krisen in denen alt bewährte Überlebensstrategien nicht mehr funktionieren. Wo wir trotz allen Zusammenreißens nicht mehr funktionieren. Wo wir jeden Tag Raubbau an unserem Körper betreiben, ohne Bewusstsein über die Folgen oder sogar sehenden Auges. Zeiten in denen wir uns nicht wichtig nehmen, unser Selbstwert am Boden liegt und wir bereit sind, auf Kosten unserer Gesundheit und der wichtigen zwischenmenschlichen Beziehungen, alles hinten anstellen. Hauptsache wir können den Schein aufrechterhalten und keiner merkt, dass wir längst in eine Krise geraten sind.

 

Na ja so schlimm ist es nun auch wieder nicht, denkt es nun vielleicht in Ihnen? Was wenn doch? Ich beobachte derartiges Verhalten bei vielen Menschen. Wir haben alle von klein auf gelernt unsere körperlichen und sozialen Bedürfnisse zurückzustellen oder zu unterdrücken, um den Ansprüchen anderer gerecht zu werden. Somit steht uns auch wenn wir Erwachsen sind, keine bessere Alternative zur Verfügung. Obwohl alles in uns nach Ruhe, Geborgenheit und Liebe schreit, fordern wir uns weiter heraus. Um entgegen unserer inneren Stimme weiter agieren zu können, müssen wir uns ablenken. Einfache Ablenkungsmechanismen reichen in diesem Stadium häufig nicht mehr aus und so greifen wir immer häufiger zu Alkohol und Schmerzmittel, übermäßigem Essen oder anderen Drogen.

 

Hilft dieses Verhalten den Betroffenen? Ja, jedoch nicht auf Dauer. Denn sie können nicht ohne langfristigen Schaden diesen Raubbau an sich selbst, allen voran ihrem Körper, betreiben. Auf kurz oder lang wird sich die Zange aus Stress und Überforderung zuziehen und zu der äußerlichen Krise, kommt eine körperliche Krise hinzu. Das ist häufig der Moment, an dem das System kollabiert. Der Körper hat dem Gesamtsystem aus Körper, Geist und Seele einen Dienst erwiesen, jetzt kann der Betroffene die Augen nicht mehr verschließen und muss sich eingestehen, dass er außerhalb seiner Balance gelebt hat. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, die trotz eines so deutlichen Signals ihres Körpers weiter machen wie zuvor (und sich z. B. auf eigenen Verantwortung aus dem Krankenhaus entlassen, um die Geschäfte oder die Welt zu „retten“), führt dieser körperliche Zusammenbruch in der Regel zum Umdenken. Je nachdem, wie groß der Leidensdruck ist, können nun Verhaltensweisen erlernt werden, die die Betroffenen im Alltag wieder stabilisieren. Die neuen Verhaltensweisen sollen dazu führen, dass es gar nicht mehr so weit kommen kann. Mit Hilfe von achtsamkeitsbasierten Methoden, wie z. B. Meditation, Yoga und Entspannungstechniken, erhalten die Betroffenen ein vielfältiges Programm, das sie durch ihren neuen Alltag begleiten soll. Regelmäßig angewendet entwickeln sie damit ein Frühwarnsystem, welches ihnen hilft, früher zu erkennen wenn sie wieder in selbstzerstörerischere Verhaltensweisen abrutschen. Auch entwickeln sie in dieser Zeit, die Fähigkeit gut für sich zu sorgen, um sich schneller wieder in ihre Mitte einzupendeln.

 

2008 setzte ich mich bereits mit diesem Thema im Rahmen meiner Diplomarbeit intensiv auseinander. Ich hatte gerade 4,5 Jahre berufsintegriertes Studium absolviert und die Diplomarbeit war noch zu schreiben. Die Doppelbelastung aus einem Vollzeitjob und dem berufsintegriertem Studium hatte sich bereits körperlich niedergeschlagen und ich wusste ich brauche ein Diplomarbeitsthema, welches mich so sehr interessiert, dass ich weitere 6 Monate gut durchstehe. So untersuchte ich die Frage, welchen Einfluss „Einzel-Coaching als Präventivmaßnahme gegen die Entstehung stressbedingter Erkrankungen“ hat. Meine eigenen Krisen-Erfahrungen, ergänzt mit meiner wissenschaftlichen Auseinandersetzung, haben mir Eines allen voran gezeigt, wir haben es selbst in der Hand, ob und wie wir unsere Krisen meistern. 

 

„Den Sinn des Lebens finden wir nicht in dem was geschieht, sondern in dem, wie wir darauf reagieren.“ (aus dem Buch „Wenn guten Menschen Böses widerfährt“ von Harold S. Kushner)

 

Doch was tun, wenn Sie in eine Krise geraten sind?

Um diese Frage zu beantworten bediene ich mich dem Modell „Die fünf Säulen der Identität“ von H. G. Petzold. 

Die fünf Säulen sind:

  1. 1. Gesundheit (Psyche, Körper, Seele), 
  2. 2. soziale Netzwerke, 
  3. 3. Arbeit und Leistung, 
  4. 4. materielle Sicherheit sowie 
  5. 5. Werte und Normen. 

 

Petzold sagt: „zu einer Identitätskrise kann es kommen, wenn eine oder mehrere Säulen wegbrechen oder sich plötzlich stark verändern und die anderen Säulen die Identität nicht ausreichend stabilisieren“. Demnach ist der erste Schritt eine Art Bestandsanalyse. Was bedeutet für mich „Gesundheit“? Wer gehört zu meinem sozialen Netzwerk? Bin ich glücklich und wirksam auf der Arbeit? Bin ich mit meiner täglichen Leistung zufrieden? Wie steht es um meine materielle Sicherheit? Und agiere ich entsprechend meiner Werte und Normen? Es geht als darum zu prüfen, ob Sie gut aufgestellt sind oder eher auf „wackligen Füßen“ stehen? Es geht auch darum sich bewusst zu machen, welche Einflussfaktoren auf Ihre fünf Säulen wirken und ob Sie Strategien an der Hand haben, um diesen entgegen zu wirken?

 

Im zweiten Schritt geht es darum, sich über die Wechselwirkung der fünf Säulen bewusst zu werden. Um dies zu verdeutlichen ein Beispiel: Gehen wir davon aus, Sie haben im Zuge der Bestandsanalyse festgestellt, dass Ihre Säule „Arbeit und Leistung“ nicht auf soliden Füßen steht und Sie eine berufliche Veränderung anstreben. Des Weiteren ist Ihnen im Rahmen der Analyse klar geworden, dass Ihre Motivation für die berufliche Veränderung vielschichtiger ist, denn Sie streben ebenfalls ein höheres Einkommen (Säule „materielle Sicherheit“) an. Auch wurde Ihnen klar, dass Sie sich schon länger nicht mehr wirklich wirksam in Ihrer Tätigkeit fühlen, so soll der neue Job auch Ihr Bedürfnis nach Wirksamkeit befriedigen (Säule: "Arbeit und Leistung"). Und noch eine weitere Sache wurde in Ihnen klar, Sie wollen für ein Unternehmen tätig sein, welches Ihren Wertvorstellungen von z. B. nachhaltigem Unternehmertum (Säule „Werte und Normen“ ) teilt. Auf den ersten Blick scheint es nun, als würde der neue Job zur Stabilisierung von mindestens drei der fünf Säulen führen. Dies wären nun die positiven Wechselwirkungen. Doch jede Veränderung bringt auch eine Kehrseite mit sich. Veränderungen über die wir uns in den allermeisten Fällen nicht bewusst sind. Besonders dann, wenn wir die angestrebte Veränderung so sehr ersehnen, dass wir dabei den Blick für die Kehrseite der Medaille übersehen. Um dies zu erläutern, fahre ich mit unserem Beispiel fort. Nach dem Sie Klarheit über die Aspekte gewonnen haben, die Ihr neuer Job mit sich bringen sollte, haben Sie sich auf die Suche gemacht und glücklicherweise eine entsprechende Tätigkeit gefunden. Sie freuen sich nun auf die neue Tätigkeit. Innerhalb der ersten Wochen, in die Sie voller Tatendrang in die neue Tätigkeit gestartet sind, verbringen Sie im Schnitt deutlicher länger im Büro. Sie sagen immer häufiger private Verabredungen ab (Säule: "soziale Netzwerke"), um auch die Abendstunden zur Einarbeitung in das neue Arbeitsfeld nutzen zu können. Ihr Fokus verdichtet sich auf die neue Tätigkeit und die leisen Hinweise Ihrer Familie und Freunde überhören Sie und sagen sich, "dies ist eine Übergangszeit“. Sie denken sich, Ihre Familie und Freunde werden dies schon verstehen. Ihre Energie stecken Sie nun in die Pflege neuer beruflicher Kontakte. Für Ihre Gesundheit bleibt Ihnen wenig Zeit und Ihr regelmäßiges Sportprogramm haben Sie hinten angestellt, denn an den meisten Tagen sind Sie einfach zu kaputt, um noch Ihre gewohnte Trainingseinheit zu machen und auf eine ausgewogene Ernährung zu achten (Säule: "Gesundheit"). Und ohne es zu merken, sind auf einmal alle fünf Säulen von Ihrer beruflichen Veränderung betroffen. Gleiches kann sich auch vollziehen, wenn die Veränderung von außen angestoßen wird, wir z. B. unseren Job verlieren, unser Partner sich von uns trennt oder wir gesundheitliche Einschnitte zu verkraften haben. Auch in diesen Fällen mag auf den ersten Blick nur eine Säule betroffen sein, doch bei genauer Hinschau zeigt sich die Wechselwirkung auf die anderen Säulen im gleichen Maße.

 

Im dritten Schritt geht es nun als darum sich einzugestehen, dass man die Auswirkungen der Veränderung unterschätzt hat und sich in Mitten einer (Identitäts-)Krise befindet. Doch Eingestehen reicht häufig nicht aus, es braucht auch die Erlaubnis diese Entwicklung zu betrauern und den eigenen Gefühlen Ausdruck zu geben, bevor Sie sofort nach Lösungs-Strategien suchen.

 

Wenn Sie sich ausreichend Zeit für den dritten Schritt genommen haben, dann geht es zum vierten Schritt. Fragen Sie sich, welche Säule wankt gerade am stärksten, wo ist Ihr Einflussbereich am Größten, wo können Sie eine positive Veränderung bewirken, damit Ihr gesamtes System wieder etwas mehr Stabilität erfährt? Auch wenn Sie am liebsten an allen Stellschrauben gleichzeitig drehen möchten, um das Leiden schnell zu beheben, sind Sie gut beraten, wenn Sie sich auf eine oder zwei Säulen konzentrieren. Denn auch in diesen Fall kommt das Gesetz der Wechselwirkung zum tragen. Nehmen wir an, Sie entscheiden sich z. B. Ihrer Gesundheit wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken, weil diese Säule am meisten leidet, wird Ihr neu gewonnenes Wohlbefinden sich auch auf Ihre berufliche Leistungsfähigkeit positiv auswirken. Gleiches wird sich auch auf Ihre soziales Netzwerk und alle Ihre anderen Säulen vollziehen. Im vierten Schritt geht es im Kern darum, die Energie der Krise positiv zu transformieren und daraus zu der Weiterentwicklung zu gelangen, für die diese Krise notwendig war. Ohne diese Krise wären Sie nicht in der Lage gewesen über sich selbst hinaus zu wachsen. Denn erst der Leidensdruck, ausgelöst durch mehrere instabilen Säulen, hat Sie zu dem anstehenden Entwicklungsschritt geführt. Dies veranschaulicht auch ganz wunderbar der Film „Alles steht Kopf“, den Sie mit der ganzen Familie schauen können.

 

„Sometimes the bad things that happen in our lives put us directly on the path to the best things that will ever happen to us." (unbekannt)

 

Wie eng Weiterentwicklung und Krisen zusammen hängen, zeigt auch das Entwicklungsmodell nach Erik. H. Erikson, der den Lebensverlauf des Individuums in acht Phasen unterteilt, die er anhand von acht Krisen definiert. Laut Erikson kann Entwicklung nur dann stattfinden, wenn die anstehende Krise überwunden wurde, was auch die Voraussetzung für das Bestehen der folgenden Krisen ist. Krisen geben uns die Chance, anstehende Entwicklungsschritte nachzuholen, die wir aufgeschoben haben. Darin liegt das Geschenk einer jeden Krise verborgen: Unser Selbstbewusstsein zu stärken oder mit anderen Worte gesagt, sich seiner Selbst stärker bewusst werden und daraus wieder einen Schritt näher zu dem Leben zu gelangen, welches wir voller Freude leben.

 

Gerne begleite ich Sie auf diesem Weg. Kommen Sie zu mir ins Coaching und finden Sie Ihren Weg aus der Krise, lernen Sie die negative Energie zu verwandeln und wieder zu der Lebensfreude, Leichtigkeit und Entspannung zu gelangen, die Sie sich wünschen.

 

Rufen Sie mich gerne unter 0151/ 46525418 an oder schreiben Sie mir eine E-Mail info@elkendorf-coaching.de. Ich freue mich auf Sie.

 

 

Mit herzlichen Grüßen und bis zum nächsten Artikel.
Vera Elkendorf

Ihr Coach für mehr Lebensfreude


Veröffentlicht am 16.09.2018