Schale sein
Bernhard von Clairvaux 1090-1153

Wenn Du vernünftig bist, 
erweise Dich als Schale und nicht als Kanal, 
der fast gleichzeitig empfängt und weitergibt, während jene wartet, bis sie gefüllt ist. 
Auf diese Weise gibt sie das, 
was bei ihr überfließt, 
ohne eigenen Schaden weiter.
Lerne auch Du, nur aus der Fülle auszugießen, 
und habe nicht den Wunsch, 
freigiebiger zu sein als Gott. 
Die Schale ahmt die Quelle nach. 
Erst wenn sie mit Wasser gesättigt ist, 
strömt sie zum Fluss, wird sie zur See. 
Du tue das Gleiche! 
Zuerst anfüllen und dann ausgießen.
Die gütige und kluge Liebe ist gewohnt überzuströmen, nicht auszuströmen. 
Ich möchte nicht reich werden, 
wenn Du dabei leer wirst. 
Wenn Du nämlich mit Dir selber schlecht umgehst, wem bist Du dann gut? 
Wenn Du kannst, hilf mir aus Deiner Fülle; 
wenn nicht, schone Dich.

Lebe deinen Rhythmus

Wie Du Deinen eigenen Rhythmus findest und damit zu mehr Lebensfreude gelangst.

„Wir müssen von Zeit zu Zeit eine Rast einlegen und warten, bis unsere Seelen uns wieder eingeholt haben.“ (Indianische Weisheit)

  • In welchem Rhythmus gehst du durch das Leben?
  • Eher ruhig und gelassen oder gespannt und erregt?
  • Freudig und neugierig oder nachdenklich und in sich gekehrt?
  • Wenn du deinen aktuellen Lebens-Rhythmus in einer Melodie ausdrücken würdest, wie würde sie klingen?
  • Gefällt dir die Melodie, fühlst du dich damit wohl?

„Bei jedem Schritt in der Natur bekommt jemand weit mehr als er sucht.“ (unbekannt)

Ich spaziere, wandere und jogge für mein Leben gerne. Bei Tagestouren in den Bergen komme ich ganz auf meine Kosten. Ende letzten Jahres kam ich auf die Idee auch in der Heimat mal eine größere Wanderung zu unternehmen. Ich suchte mir eine Strecke aus, die deutlich länger war als ich bisher an einem Tag gelaufen war. Als ich nach rund 46 Kilometern und etwas über 8 Stunden wieder zu Hause ankam, war ich stolz und kaputt zugleich. Ich war den ganzen Tag gelaufen, hier und da hatte ich mal kurz inne gehalten, doch auf echte Pausen hatte ich verzichtet, zu groß war die Gefahr dadurch aus dem Tritt zugeraten. Es war eine unglaublich intensive Erfahrung, aber nicht wegen der zurück gelegten Strecke oder der Zeit die ich gelaufen war, sondern in dem „Wie“ ich gelaufen bin. Ich hatte meinen eigenen Rhythmus gefunden.

„Wandern ist eine Tätigkeit der Beine und ein Zustand der Seele.“ (unbekannt)

Ich war schon einige Male alleine wandern, doch dieses Gefühl vom eigenen Rhythmus hatte sich bisher nicht eingestellt. Auch in den vielen schönen Momenten gemeinsamen Wanderns haben sich schöne Gefühle, wie Verbundenheit und Gemeinschaft eingestellt, aber nicht von „Flow“. Seit diesem Moment im letzten Jahr, warte ich sehnsüchtig auf den Frühling und meine nächste große Wanderung.

Bei was kommst du in deinen Rhythmus?

Vielleicht stellst du dir diese Frage das erste Mal und hast nicht gleich eine Antwort darauf. Vielleicht hast du auch eine leise aber noch eher umkonkrete Vorstellung davon. So oder so, es lohnt sich es für sich herauszufinden. Egal ob du dafür im Feld spazieren, im Wald wandern oder einfach nur durch die Strasse deiner Stadt schlenderst, wichtig ist, dass du alleine und ohne Zeitdruck gehst. Probiere vielleicht auch unterschiedliche Gangarten, an unterschiedlichen Tagen und Orten aus. Vielleicht machst du die Erfahrung, dass dein Gefühl von Rhythmus sehr individuell und Tagesform abhängig ist. Vielleicht aber auch das dieser konstant oder kaum merklich abweicht. Es geht nicht um ein messbares Tempo, sondern um dein individuelles Empfinden. Welcher Rhythmus fühlt sich für dich stimmig an?

Mir wurde durch diese Wander-Erfahrung jedoch auch bewusst, wie groß die Gefahr ist im Alltag seinen eigenen Rhythmus zu verlieren, z. B. in dem wir uns in fremde Zeitrahmen pressen.
Ist dein Alltag von deinem oder dem Rhythmus deines Umfeldes bestimmt?

Welche Auswirkung hätte es wohl, wenn wir alle häufiger in unserem eigenen Rhythmus gehen und leben würden?

  • Welche Auswirkungen hätte es auf dein Leben?
  • Wann würdest du aufstehen?
  • Wann würdest du Essen?
  • Wann würdest du arbeiten und besonders wirksam sein?
  • Wann würdest du in Kontakt und Verbindung sein und wann lieber für dich alleine?
  • Wann wäre dir nach Bewegung?
  • Wann nach Ruhe und Entspannung?
  • Wann nach Unterhaltung und wann nach Stille?
  • Wann würdest du schlafen gehen?
  • Und nach wieviel Stunden Schlaf würdest du nach deinem Rhythmus aufstehen?

Wie lautet dein Resümee? Wie oft am Tag kannst du deinen Rhythmus leben?

Egal wie deine Antwort lautet, ist es ok für dich, wie es gerade ist?
Wenn nein, in welchem Bereich deines Lebens ist der Unterschied, zwischen dem was du willst und dem wie du es gerade erlebst, am größten? Wo möchtest du ansetzen und wie sähe die Veränderung konkret aus?

Ich habe mir diese Fragen auch gestellt und erkannt, dass ich insbesondere in meinem Arbeitsleben, in welchem ich in zwei Welten unterwegs bin, sehr unterschiedliche Erfahrungen mache. Ich habe daraufhin das Jahr 2021 unter das Motto „meinen Rhythmus finden und leben“ gestellt. Dies hilft mir immer mal wieder einen inneren Abgleich zu machen und mich zu fragen: „Wo leben ich nach meinem Rhythmus, wo gelingt es mir gut und wo gerade nicht?“.

„Was immer der gegenwärtige Moment enthält, nimm es an, als hättest du es selbst so gewählt. Gehe mit, gehe nicht dagegen an.“ (Eckhart Tolle)

Was bedeutet dieses Zitat für dich? Für mich bedeutet es im Bezug auf das Thema "eigenen Rhythmus“, flexibel mit dem Leben gehen zu können. Denn auch wenn ich anstrebe das Leben in meinen Rhythmus zu begehen, ist die spannende Frage: „Bin ich auch in der Lage mich einem anderen Rhythmus, für eine Zeit anzupassen wenn es nötig ist, ohne selbst Schaden zu nehmen?“. In diesen Zeiten sind wir alle gefordert, manch`einer hat so viel Zeit wie noch nie zuvor in seinem Leben und andere wissen kaum ein noch aus, aufgrund der Mehrfachbelastung.

Während ich diese Zeilen schreibe, blicke ich auf den kleinen Bach. In den trockenen Monaten des Jahres fließt er ruhig und bedacht. Doch wenn nötig, wird er zu einem reißenden Fluss und passt seine Geschwindigkeit der Wassermenge an. Selbst wenn etwas Wasser über die Ufer tritt ist das kein Problem, weil die angrenzende Wiese das Wasser aufnimmt und nach und nach wieder abgibt.

Wohin fließt sinnbildlich das Wasser in deinem Lebensfluss, wenn es das Ufer übertritt?
Wie pufferst du langanhaltende Mehrfachbelastungen ab?

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass du einen Puffer in deinem Leben installieren kannst, der dir auch in diesen besonderen Zeiten genug Spielraum und Flexibilität ermöglicht, damit du oft deinen eigenen Rhythmus leben kannst.

Du willst mehr konkrete Anregungen, um deinen Rhythmus zu finden und zu deiner individuellen Lebensfreude zu gelangen? Dann vereinbare ein erstes kostenloses, telefonisches Kennenlern-Coaching. Ich freue mich, von dir unter 0151 / 46525418 zu hören oder unter info@elkendorf-coaching.de zu lesen.

Mit herzlichen Grüßen
Vera Elkendorf

Dein Coach für mehr Lebensfreude

Veröffentlicht: 28. Januar 2021