Dankbarkeit
Sir Francis von Verulam Bacon (1561 - 1626)

Nicht die Glücklichen sind dankbar.
Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.

Das Jahr dankbar abschließen

 

Durch Dankbarkeit zu mehr Lebensfreude

Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Zeit noch mal zurück zu schauen, auf die kleinen und großen Herausforderungen des Jahres. Zeit um noch mal still zu werden und wertzuschätzen, was das Jahr alles für uns bereithielt.

So zelebriere jedes Jahr aufs Neue ein Ritual. Immer wenn sich das Jahr dem Ende neigt, nehme ich mir ganz bewusst Zeit, um die vergangenen Monate Revue passieren zu lassen. Dafür schaue ich mir im ersten Schritt jeden Bereich meines Lebens ganz bewusst an, die Beziehung zu mir selbst; meine Partnerschaft; meine Gesundheit; die Beziehung zu meiner Familie und meinen Freunden; meine Arbeit und meine Interessen.

In Gedanken gehe ich jeden Monat des Jahres durch und notiere mir auf einem Blatt alles was mir als relevant für meinen Jahresrückblick zu den einzelnen Bereichen meines Lebens erscheint. Von den nachfolgenden Fragen lasse ich mich dabei leiten: 

  • Welche Herausforderungen, besonderen Entwicklungen oder Veränderungen habe ich gemeistert?
  • Welche Ereignisse haben mich mit Freude, welche mit Traurigkeit, Ärger oder Wut erfüllt?
  • Was hat mir gefehlt und was hatte ich im Überfluss?
  • Welche Menschen standen mir besonders nah, welche Verbindungen waren besonders nährend und berührend?
  • Hatte ich Konflikte zu überwinden und sind davon zum Jahresende noch welche ungeklärt?
  • Wie blicke ich heute auf die grauen Stunden des Jahres?

Je intensiver ich mich dieser Rückschau widme, desto mehr Erinnerungen tauchen in mir auf. Es werden wieder all die kleinen und großen Wunder in mir wach. Momente, an denen ich dachte, dies oder jenes zu verlieren und dabei habe ich Neues hinzugewonnen. Ereignisse, die mich mit Sorgen erfüllten und sich dann, wie von selbst, in Wohlgefallen auflösten. Herausforderungen, die mir unüberwindbar erschienen und die ich dann - fast spielerisch - meisterte. Und ich erinnere mich wieder an die liebevoll von mir genannten „Sternstunden“ des Jahres, jene Momente, an denen einfach alles zu einander passte.

Im Gepäck mit all diesen kostbaren Erinnerungen, nehme ich mir im zweiten Schritt ein großes Blatt Papier und schreibe in die Mitte „2018“. Von hier aus, ziehe ich entsprechend der Anzahl der Lebensbereiche, Linien (Äste) in alle Himmelsrichtungen, wie bei einer Sonne. Am Ende einer jeden Linie schreibe ich einen der zuvor genannten Lebensbereiche. Eine beispielhafte Darstellung, welche Sie auch als Vorlage nutzen können, finden Sie hier. In diese Darstellung übertrage ich pro Lebensbereich die relevanten Erinnerungen meiner vorherigen Notizen. 

Noch ein Tipp zur Visualisierung: Nutzen Sie für eine ansprechende Darstellung z. B. unterschiedliche Farben für die Lebensbereiche. Auch können Sie jeden Lebensbereich weiter unterteilen. Falls hilfreich und wertvoll, lassen Sie z. B. vom Hauptast kleinere Äste (Vergleich „Mind-Map“ Technik) abzweigen.

Wenn ich jeden Lebensbereich entsprechend gewürdigt habe, lasse ich meine Gedanken noch mal über meinen „Jahresrückblick“ schweifen. Dies ist der Moment, an dem mir wieder deutlich wird, wie kostbar jede dieser Erfahrungen im vergangenen Jahr gewesen war, ob sie nun leicht oder schwer war. Ja, wie wertvoll jeder einzelne Tag war und ist. 

Erfüllt von Dankbarkeit und in großer Demut vor dem Leben, schließe ich mein Jahr ab und sage noch mal ganz bewusst „Danke“.

An diesen Rückblick anschließend, werfe ich im dritten und letzten Schritt einen Blick auf das neue Jahr. Denn auch im nächsten Jahr werden uns wieder 365 Tage geschenkt. Tage, die Sie und ich bewusst gestalten können, auch wenn wir manchmal vom Gegenteil überzeugt sind, weil wir uns nicht als Gestalter unseres Lebens begreifen.

Dafür stelle ich mir folgende Fragen: 

  • Wer will ich sein?
  • Wofür stehe ich auf? (vgl. den gleichnamiger Artikel)
  • Wovon möchte ich in meinem Leben mehr und wovon möchte ich weniger haben?

Wie bereits beim Jahresrückblick dargestellt, notiere ich mir zuerst auf einem separaten Blatt meine Gedanken zu den obigen Fragen und mache mir bewusst, wie eine konkrete Umsetzung aussehen würde. Ein Beispiel: Meine Antwort auf die erste Frage: „Wer will ich sein?“ lautet, „Ich bin bewusster Gestalter meines Lebens.“. Dann formuliere ich, wie ich diese Haltung im Alltag mit Leben füllen werde. Auch hier ein Beispiel: „Zu Beginn und Ende eines Tages nehme ich mir 5 Minuten Zeit und mache mir bewusst, wo es mir bereits gut gelungen ist Gestalter meines Lebens zu sein und wo noch Entwicklungspotenzial ist“. Diese Übung könnte ich über einen Zeitraum von z. B. 28 Tagen täglich wiederholen, um mir selbst mit der Verlässlichkeit und Priorität zu begegnen, die es braucht, um wirklich etwas zu verändern.

Nun ergänze ich auf meinem Jahresrückblick 2018 noch eine Linie und nenne sie „2019“. Hier fasse ich die Quintessenz der obigen Überlegungen zusammen, beispielsweise in Form eines Leitgedankens / Motto für das Jahr. Natürlich können Sie hier auch weitere Punkte für das neue Jahr ergänzen, Dinge auf die Sie sich besonders konzentrieren möchten oder was Ihnen darüber hinaus als wichtig und relevant erscheint. Es ist Ihr „Jahresrückblick/Vorausschau“, fühlen Sie sich frei, diesen entsprechend Ihrer Vorstellungen zu gestalten und mit Leben zu füllen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Freude und Dankbarkeit bei Ihrem ganz persönlichen Jahresrückblick. Ich wünsche Ihnen, dass Sie die Ruhe finden und sich die Zeit nehmen, die solch ein bewusster Jahresabschluss braucht - es lohnt sich!

Ich freue mich darauf, Sie auch im nächsten Jahr mit weiteren Artikeln zu mehr Lebensfreude zu inspirieren. 

Mit herzlichen Grüßen auf einen besinnlichen Jahresausklang.

Vera Elkendorf

Ihr Coach für mehr Lebensfreude

Veröffentlich am 17.12.2017