Zitat
Unbekannt

Er blickte in den Spiegel, sah sein verdrecktes Gesicht und begann daraufhin den Spiegel zu putzen.

Bin ich das?

Wie Du Dich für das Bild, das andere von Dir haben, öffnest und wieder zu mehr Lebensfreude gelangst.

"Er blickte in den Spiegel, sah sein verdrecktes Gesicht und begann draufhin den Spiegel zu putzen." (unbekannt)

„Hand aufs Herz“, welche der nachfolgenden Adjektive treffen im Wesentliche auf Dich zu:

  • konsequent oder flexibel,
  • skeptisch oder gutgläubig,
  • kritisch oder wertschätzend,
  • distanziert oder verbindend?

Hast Du eine Wahl getroffen?

Und wenn ich nun eine Dir nahestehende und eine Dir weniger nahestehende Person unabhängig voneinander bitten würde die Adjektive Dir zu zuorden, würden sie zum gleichen Ergebnis gelangen?

Um sich der möglichen Lücke zwischen Selbst- und Fremdbild bewusst zu werden, bietet das von Joseph Luft und Harry Ingham entwickelte „Johari-Fenster“ (die Vornamen der Herren wurde für die Namensgebung herangezogen) erste Impulse. Das Modell wurde vor vielen Jahren entwickelt, um die Bewusstwerdung der eigenen Persönlichkeits- und Verhaltensmerkmale zu fördern. Ich nutze es gern in meinem Seminar „Raus mit der Sprache! Wie Sie lernen authentischer zu kommunizieren.“, um den Einfluss des Selbst- und Fremdbildes auf die eigene Kommunikation zu verdeutlichen.

Das Modell besteht aus vier Feldern:
1. „Öffentlich“ der Bereich des Fensters, der mir und anderen bekannt ist.
2. „Blinder Fleck“ der Bereich des Fensters, der anderen bekannt, mir jedoch unbekannt ist.
3. „Geheim“ der Bereich des Fensters, der anderen unbekannt, mir hingegen bekannt ist.
4. „Unbekannt“ der Bereich des Fensters, der weder mir noch anderen bekannt ist.

Um das Modell mit Leben zu füllen, wähle aus dieser Liste 10 Adjektive, mit denen Du Dich im Wesentlichen beschreiben würdest. Bitte eine Dir nahestehende Person, aus selbiger Liste ebenfalls 10 Adjektive auszuwählen, mit der sie Dich im Wesentlichen beschreiben würde.

Nehme Dir nun ein Papier und male Dir Dein eigenes Johari-Fenster auf. Schreibe dafür in das erste Feld „Öffentlich“ jene Adjektive, die Ihr beide Dir zugeordnet habt. In das zweite Feld „Blinder Fleck“ schreibst Du jene Begriffe, die die andere Person bei Dir erlebt, Du Dir selbst jedoch nicht zugeschrieben hast. Ins das dritte Feld „Geheim“ notierst Du jene Begriffe, die Du Dir selbst zugeschrieben hast, die andere Person jedoch nicht im wesentlichen bei Dir erlebt. Das vierte Feld bleibt leer, da "unbekannt". Du wirst im Laufe der Zeit immer wieder neue Seiten an Dir entdecken, die Du dann "rückwirkend" hier eintragen kannst.

Zusätzlich kannst Du auch eine Person bitten, die Dir weniger nahesteht, um zu überprüfen, wie Dein Fremdbild von Person zu Person variiert bzw. welche Eigenschaften Du konstant verkörperst.

Eine wertvolle Ergänzung ist nach meiner Erfahrung, wenn die Person ihre Wahrnehmung anhand konkreter Situationen beschreibt. Dies gibt Dir die Möglichkeit, neben der beobachteten Eigenschaft auch die jeweilige Situation, und damit den Kontext in dem die Eigenschaft sichtbar wurde, zu reflektieren.

„Es gibt nichts was ein anderer über mich sagen kann, was ich nicht irgendwo in mir finden kann.“ (Byron Katie Mitchell)


Mit diesem Modell lässt sich auch ein strukturiertes Feedback gestalten. In diesem Fall lade die auserwählte Person ausdrücklich dazu ein, auch kritische Eigenschaften zu benennen. Es mag möglicherweise etwas weh tun zu erfahren, wie Du auch wirkst, jedoch ist es für Deine Persönlichkeitsentwicklung von großer Bedeutung alle Facetten von Dir ins Bewusstsein zu holen. Der bisher „Blinde Fleck“ transformiert sich somit in den „Öffentlichen“ Bereich und verliert an Bedrohung, da Du ihn nun als ein Teil von Dir anerkannt hast. Jetzt wo Du weißt, wie Du manchmal wirkst, kannst Du bewusst damit umgehen und ggf. gegensteuern, wenn Dir dieses Verhalten nicht mehr dienlich für Dein Ziel erscheint. So habe ich vor vielen Jahren gespiegelt bekommen, ich würde kühl und distanziert wirken. Das passte sogar nicht in mein Selbstbild. Doch musst ich anerkennen, dass ich das auch bin. Je nach Situation und innerem Zustand bin ich empathisch und zugewandt und manchmal eben auch distanziert und kühl. Mittlerweile kenne ich die „Auslöser“ und kann damit selbstbewusster umgehen.

Je bewusster Du Dir über Deine Wirkung bist, desto kleiner ist der „Blinde Fleck“ und der „Öffentlichen“ Bereich nimmt zu. Vielleicht erkennst Du durch diese Übung auch, dass wertvolle Merkmale Deiner Persönlichkeit und Deines Verhaltens von Deiner Umwelt noch garnicht wahrgenommen werden (vgl. "Geheim") und entscheidest Dich daraufhin häufiger die „Maske“ fallen zu lassen. 

Du hast Lust bekommen tiefer in Deine Persönlichkeitsentwicklung einzusteigen. Dann vereinbare ein erstes kostenloses telefonisches Kennenlern-Coaching. Ich freue mich von Dir zu hören unter 0151/ 46525418 oder zu lesen unter info@elkendorf-coaching.de

Mit herzlichen Grüßen
Vera Elkendorf

Dein Coach für mehr Lebensfreude

Veröffentlicht: 6. Dezember 2019