Witz
"Das Schattenprinzip" von Rüdiger Dahlke

Kommt ein Mann zum Arzt. Fragt der Arzt den Mann: „Mensch, was haben Sie denn mit Ihrem Ohr gemacht, dass ist ja ganz verbrannt?“ Sagt der Mann: „Ich habe gebügelt und dann hat das Telefon geklingelt.“ „Aber“ sagt der Arzt, „Ihr anderes Ohr ist ja auch völlig verbrannt.“ Sagt der Mann: „Ja der Idiot hat noch mal angerufen.“

Vom Schatten zum Schatz

Durch Schattenarbeit zu mehr Lebensfreude und Selbstliebe!

Regen Sie sich auch über Ihre Mitmenschen auf? Kann Ihr Partner Sie auch völlig aus der Ruhe bringen? Reicht von Ihrem Kollegen machmal nur ein Blick und Sie könnten ihn …? Haben Sie auch schon mal Stunden damit zugebracht, sich über einen guten Freund aufzuregen, obwohl Sie selbst von seinem Verhalten nur indirekt betroffen waren? Woran liegt es, dass wir uns über das Verhalten anderer Mensch so aufregen? 

 

In der Psychologie wird hier von Projektion gesprochen. Wir sehen in unserem Gegenüber einen Anteil, den wir selbst vor vielen Jahren verdrängt haben. Diese sogenannten „Schatten“ werden in uns durch das Verhalten, welches wir bei unserem Gegenüber wahrnehmen, wieder wach. Man könnte auch sagen, je mehr man sich aufregt, desto größer ist der eigene „Schatten“, den man versucht zu unterdrücken. Da dies in den allermeisten Fällen unbewusst abläuft, projizieren wir immer weiter und denken der Andere sei das Problem. Aus der Ansammlung dieser unterdrückten Eigenschaften, baut sich „Schatten“ auf und wächst im Laufe des Lebens, wenn wir nicht bewusst eingreifen. Nach C. G. Jung, dem Vater der Schatten-Psychotherapie, ist der „Schatten“ das gesamte Unbewusste. Ausdruck verschafft sich dieses Unbewusste, durch körperliche, seelische oder geistige Symptome.

 

Was dich trifft, betrifft dich auch!

 

Um unser Bewusstsein für diese Gesetzmäßigkeit zu schärfen, hilft der kleine und sehr bedeutende Satz „Was dich trifft, betrifft dich auch“. Also jedes Mal, wenn in Ihrem Umfeld etwas geschieht über das Sie sich ärgern, oder in anderer Weise berührt sind, könnten Sie sich sagen: „Was mich trifft, betrifft mich auch“.

 

In meinem Fall habe ich lange mit dem Thema der „Zuverlässigkeit“ zu kämpfen gehabt. Immer wieder hatte ich mit Menschen zu tun, die unzuverlässig waren, privat wie beruflich. Und jedes Mal ärgerte ich mich so sehr, dass ich völlig meine Balance verlor. Auch wenn ich die Begründungen der Personen in einigen Fällen verstehen konnte, traf es mich jedes Mal hart. Das Zuverlässigkeit für mich schon immer einen hohen Wert hatte, war mir bewusst. Doch warum begegnete mir das Gegenteil immer wieder? Warum traf es mich so hart? Ich wollte wissen warum und ich wollte etwas daran ändern. So begegnete mir eines Tages der Satz „Was dich trifft, betrifft dich auch“ und ich wurde neugierig. Da ich ohne nennenswerte Ausnahme von mir selbst behaupten konnte, zuverlässig zu sein, und dies auch immer wieder aus dem privaten wie beruflichen Umfeld bestätigt bekam, wusste ich nicht was mein Anteil daran sein sollte. Also forschte ich weiter und es dauerte noch mal eine ganze Weile bis mir langsam mein Anteil dämmerte. Es ging nicht darum, dass ich unzuverlässig gegenüber meinen Mitmenschen war, ich war unzuverlässig mir selbst gegenüber. Geprägt von einem Elternhaus in dem Zuverlässigkeit gegenüber anderen Menschen ein sehr hohes Gut war, übernahm ich dies für mich, ohne zu prüfen, ob es für mich selbst auch stimmig war. So konfrontierte mich das Leben über viele Wiederholungsschleifen immer wieder mit Menschen die Unzuverlässig gegenüber ihren Mitmenschen waren, jedoch zuverlässig zu sich selbst. Anstatt eine Verabredung als in Stein gemeißelt zu akzeptieren, wie ich das tat, prüften sie für sich kurzfristig, ob sie Lust hatten bzw. ob es in ihren Tag passte. Damit waren sie mir gegenüber zwar unzuverlässig, sich selbst gegenüber jedoch zuverlässig. Diese Selbsterkenntnis veränderte sehr viel in meinem Leben. Es kommt immer noch hier und da vor, dass mir Unzuverlässigkeit im Außen begegnet, doch meine innere Haltung hat sich um 180 Grad gedreht. Häufig muss ich dann einfach nur noch schmunzeln und überlege mir, worauf ich nun Lust habe. Manchmal ist es auch wie ein kleiner Weckruf, der mich daran erinnert, mich wieder häufiger zu fragen, was ich will. Auch haben mich diese Menschen gelehrt, dass in den allermeisten Fällen gar nichts passiert, wenn man eine Verabredung absagt, einen Termin verschiebt oder eine Deadline mal nicht einhält. 

 

Seit dieser tiefgreifenden Erkenntnis, lässt mich dieser Ansatz nicht mehr los. Und auch wenn ich auf dem Gebiet der Schattenarbeit schon viel getan habe und schon einige ungeliebte oder unterdrückte Anteile von mir wieder integriert habe, begegnen mir immer wieder Menschen, die meine „Knöpfe“ drücken und mich an meine noch ungeliebten Anteile erinnern. Daher ist es an dieser Stelle wichtig zu sagen, Schattenarbeit ist ein lebenslanger Prozess. Doch Sie werden mit der Zeit feststellen, dass die Abstände von Projektion zu Integration immer kürzer werden. Es macht sogar Spaß, denn es bringt Sie zu zwei Aspekten, die Sie sicherlich anstreben: Selbstliebe und Lebensfreude.

 

Und wissen Sie was, Sie sind damit nicht alleine. Es scheint eine Aufgabe zu sein, der wir uns alle stellen müssen. Denn jeder projiziert seine unbewussten Anteile nach Außen. 

 

Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht? (Lukas 6, 41)

 

Nun möchte ich Ihnen ein paar praktische Tipps und Empfehlungen geben, wie Sie sich selbst oder in Begleitung Ihrem Schatten nähern können. Das Leben schenkt Ihnen täglich unzählige Möglichkeiten, um mit der Schattenarbeit zu beginnen, ob im Büro, Zuhause, mit Freunden, beim Fernsehen oder im Gespräch mit dem Nachbarn. Sobald Ärger, Wut oder Traurigkeit in Ihnen aufkommt, haben Sie einen ersten Anhaltspunkt, dass etwas von dem was Ihr Gegenüber tut, einen Ihrer sogenannten „Knöpfe“ drückt. Dabei spielt es keine Rolle, wie Sie zu dieser Person stehen. Unser Schatten zeigt sich unabhängig davon, wer den „Knopf“ drückt. Auch Politiker und Prominente können ganz wunderbar unsere „Knöpfe“ drücken. Notieren Sie sich eine dieser Situationen mit einigen Stichworten, z. B. in Ihrem neu angelegten Schattentagebuch. Und dann nehmen Sie sich am Ende eines Tages oder am Wochenende Zeit zur Bearbeitung dieser Situation. Häufig gibt es Situationen, wie bei mir die Unzuverlässigkeit, die sich wie ein roter Faden durch unser Leben zieht. Zur Bearbeitung gibt es viele hilfreiche Methoden. Im Coaching arbeite ich am Liebsten mit den Nachfolgenden, die Sie alle selbstständig nutzen können:

So wie ich!

 

Im Alltag hilft oft schon der kleine Satz „So wie ich“. Wenn Sie sich also das nächste Mal über jemanden aufregen, z. B. weil dieser Sie rechts auf der Autobahn überholt oder ohne zu blinken direkt vor Ihnen einschert, dann sagen Sie einmal innerlich zu sich selbst „so wie ich.“ Während Sie diesen Satz sagen, öffnen Sie sich für die Möglichkeit, dass es dieses Verhalten, welches Sie vielleicht als gefährlich und rücksichtslos bezeichnen, auch in Ihnen gibt. Natürlich können Sie sich auch wie gewohnt aufregen, doch ich vermute viel gebracht hat es bisher nicht. Also vielleicht wollen Sie es mal mit diesem kleinen Experiment probieren.

 

Ob mit Hilfe einer der obigen Methoden oder mit dem kleinen Satz „So wie ich“, es ist für mich jedes Mal aufs Neue völlig faszinierend, wie sich in mir alles verändert, wenn ich die äußere Projektion loslasse und mich stattdessen mir selbst voll und ganz zuwende.

 

Bitte vergessen Sie bei all dem nicht, es geht nicht darum seinen Schatten unreflektiert auszuleben und dabei unseren Mitmenschen zu schaden, es geht um Integration. Also machen Sie sich auf den Weg und fragen Sie sich:

  • Was an dem, was der andere tut oder sagt, regt mich auf?
  • Warum regt mich dieses Verhalten so auf? 
  • Wo finde ich dieses Verhalten auch in mir, wenn auch nur ganz subtil?
  • Erlaube ich mir dieses Verhalten selbst?
  • Kenne ich dieses Verhalten von mir selbst, jedoch aus früheren Zeiten und wurde dafür abgelehnt?
  • Oder würde ich diese Verhaltensweise auch gerne ausleben, traue mich jedoch nicht?

Bringen Sie sich in eine offene, forschende und neugierige innere Haltung, wenn Sie sich den obigen Fragen oder einer der genannten Methoden zuwenden. Sehen Sie es als eine wunderbare Möglichkeit, sich in Ihrer ganzen Schönheit zu erkennen. Wenn Sie Ihren Schatten integrieren, wird er zu einem Schatz. 

 

„Ich“ + Schatten = Selbst

 

Vielleicht glauben Sie zu Beginn Sie würden etwas verlieren, wenn Sie sich selbst und Ihren Lieben eingestehen, dass Sie ebenso wütend sind, wie der Mensch, den Sie dafür bisher auf das Tiefste verurteilt haben. Und in gewisser Weise haben Sie recht, ja Sie verlieren etwas, nämlich die Selbsttäuschung über das, was Sie sind. Doch Sie gewinnen auch etwas. Sie gewinnen den Anteil in sich, den Sie vor vielen Jahren in sich selbst unterdrückt haben, weil Sie glaubten, sonst wären Sie nicht geliebt. Die Integration all dieser Anteile, die Sie abgelehnt, unterdrückt und in den Kerker gesperrt haben, ist ein langer Weg. Doch mit jedem Mal, fügt sich ein Puzzleteil zum großen Ganzen hinzu. Sie werden überrascht sein, wie sich Ihr gesamtes „Ich“-Gefühl verändert, wenn Sie Stück für Stück „ganz“ werden. Sie glauben gar nicht, wieviel mehr Energie Ihnen zur Verfügung steht, wenn Sie diese Anteile in sich nicht länger mit aller Kraft unterdrücken müssen. Vielleicht ist das der Moment, an dem Sie endlich in der Lage sind Ihr Leben aus der tiefen inneren Freude zu leben und die Entscheidungen zu treffen, die für Ihre Glückseligkeit wichtig sind.

 

Sie wollen mehr zu diesem Thema erfahren und Licht zu Ihren dunklen Schattenseiten bringen? Sie wollen all Ihre Wesensanteile bewusst in Ihr Leben integrieren, dann rufen Sie mich an und vereinbaren Sie ein erstes kostenloses Telefon-Coaching. Ich freue mich, Sie kennenzulernen und Sie auf Ihrem persönlichen Weg zu mehr Lebensfreude, Entspannung und Leichtigkeit zu begleiten.

 

Mit herzlichen Grüßen 

Ihre Vera Elkendorf