Die Mäusestrategie
ein Auszug aus dem gleichnamigen Buch von Spencer Johnson

...Knobel wurde ängstlich und fragte sich, ob er sich wirklich ins Labyrinth hinauswagen wollte. Er schrieb einen Spruch an die gegenüberliegende Wand und starrte eine Zeit lang darauf:

Was würde ich tun, wenn ich keine Angst hätte?

Er dachte darüber nach. Er wusste, dass Angst manchmal nützlich sein kann. Wenn man befürchtet, dass die Lage noch schlechter wird, falls man nichts unternimmt, kann die Angst einen zum Handeln bewegen. Aber es ist nicht gut, wenn man so große Angst hat, dass sie einen davon abhält, irgendwas zu tun. 

Er blickte nach rechts, zu dem Teil des Labyrinths, in dem er noch nie gewesen war, und spürte die Angst. Dann atmete er tief durch, wandte sich nach rechts und joggte langsam los, hinein ins Unbekannte. ...

 

Endlich eine stimmige Entscheidung treffen

Mit Coaching endlich tun was sich richtig anfühlt

Ich beobachte im Coaching und in meinem näheren Umfeld immer wieder, wie unterschiedlich Menschen mit zu treffenden Entscheidungen umgehen. Und es liegt nicht so sehr daran, welche Tragweite die Entscheidung hat, es scheint eher eine grundlegende Haltung zum Thema „Entscheidungen treffen“ zu geben. Ob nun im kleinen oder im großen.

Für eine besseres Verständnis unterscheide ich zwischen:

  • Dem schnellen Entscheider (intuitiv)
  • Dem langsamen Entscheider (bedacht)
  • Dem Nicht-Entscheider (zögerlich)

Mir geht es dabei nicht um eine Bewertung von gut, besser oder schlechter. Es ist einfach eine Typ-Frage, wie man zu einer Entscheidung gelangt. Der schnelle Entscheider, trifft eher intuitiv als analytisch eine Entscheidung. Er braucht keine Bedenkzeit, er weiß direkt was er will und was nicht. Für andere nicht immer nachvollziehbar entscheidet er meistens schnell und aus dem Bauch heraus. Der langsame Entscheider benötigt Bedenkzeit. Er wägt gründlich ab, legt Pro und Con-Listen an, befragt Freunde und Menschen deren Meinung für ihn eine große Rolle spielen. Nach gegebener Zeit trifft er eine Wahl und lebt mit dieser in der Regel in Frieden. Der Nicht-Entscheider scheint auf den ersten Blick wie der langsame Entscheider, doch er wägt nicht nur gründlich ab, er grübelt! Er kann sich einfach nicht für eine Option (A, B oder C) entscheiden. Je nach Stimmung tendiert er mehr zu A oder B oder gar C. Wenn sein Gesprächspartner für A ist, dann ist er sicherlich für B und umgekehrt. Für ihn ist eine Entscheidung zu treffen Schwerstarbeit, und in den aller meisten Fälle trifft er keine Entscheidung. Am Ende entscheidet das Leben für ihn und er lebt gut oder schlecht damit. Doch den Preis zahlt er gerne, denn es ist immer noch besser als selbst eine Entscheidung zu treffen.

Nicht getroffene Entscheidungen kosten sehr viel Energie. 
Energie die uns fehlt dem Leben mit Leichtigkeit zu begegnen.

Falls sie zu den Nicht-Entscheidern oder den besonders langsamen-Entscheidern gehören, machen Sie sich bewusst, dass das ewige hin und her überlegen unendlich viel Energie kostet. Es könnte besser sein eine Entscheidung zu treffen und dann zu sehen wie es sich im Alltag anfühlt, als Wochen oder gar Monate die Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwiegen.

Doch warum fällt es manchen Menschen leicht und anderen schwerer eine Entscheidung zu treffen? In der Literatur finden sich unzählige Erklärungsversuche, mal sind es die Erfahrungen aus der Kindheit, die uns entsprechend geprägt haben oder bestimmte Glaubenssätze, die uns bei der Entscheidungsfindung beeinflussen. Über all diese Erklärungsmodelle ist bereits viel geschrieben worden und es ist heute nicht mein Anliegen diese zu ergänzen oder näher zu erläutern. Meine Motivation für diesen Artikel ist viel mehr die Frage „Was braucht es damit jeder eine für sich stimmige Entscheidung treffen kann?“.

Um dies zu beantworten möchte ich etwas ausholen und Ihnen von einem Moment vor vielen Jahren erzählen. Es muss ca. Sommer 2009 gewesen sein. Ich war schon eine Weile unzufrieden und wusste nicht so recht, in welche Richtung ich gehen wollte. Ich hatte mein berufsintegriertes BWL Studium, das mich viel Kraft und Zeit gekostet hatte erfolgreich beendet, mein Job war ok, aber glücklich war ich dort nicht mehr. Ich hatte viele Träume und eigentlich stand mir die Welt offen. Doch was wollte ich wirklich? Ich stand vor einer Art Weggabelung und fragte mich, was nun das Richtige ist? An diesem Tag griff ich in meinem Bücherregal nach dem Buch „Die Mäusestrategie für Manager: Veränderungen erfolgreich begegnen“ von Spencer Johnson. Und da begegnete mir der Satz „Was würde ich tun, wenn ich keine Angst hätte?“.

Was würde ich tun, wenn ich keine Angst hätte?


Diese Frage kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Ja, was würde ich tun, wenn ich keine Angst hätte? Während die Frage in mir nachklang und sich wie von selbst immer und immer wieder stellte, hörte ich eine Stimme in mir sagen: „Ich will eine Auszeit. Ich will nicht höher, schneller, weiter, ich will raus, ich will anhalten, ich will nachspüren, ich will wissen wer ich bin!“. Die Stimme wurde mit jedem Wort klarer, deutlicher, sicherer, lauter, bestimmender. Mir wurde klar, ich wollte aussteigen, meinen Horizont erweitern, was von der Welt sehen, mehr von mir selbst sehen! Wer bin ich, wenn mein soziales Netz aus Freunden und Familie sowie der gewohnten Umgebung und der täglichen Routinen nicht mehr da ist. In diesem Moment war die Entscheidung klar. Ich dachte nicht mehr an richtig oder falsch, an was wäre wenn, hatte keine Sorgen mehr das ich etwas verpassen würde. Es war einfach klar. Alle notwendigen Schritte wie Job kündigen, Wohnung auflösen, Auto verkaufen, Reise planen und all die formalen Schritte konnte ich mühelos erledigen. Keiner stand mir im Weg, zeigte mir den Vogel und fragte mich, ob ich mir das gut überlegt hätte. Ganz im Gegenteil, alle freuten sich mit mir und ermutigten mich.

Die Frage „Was würde ich tun, wenn ich keine Angst hätte?“ wurde zu meinem stetigen Begleiter. Besonders in den Monaten meiner Auszeit stand ich immer wieder vor der Frage A oder B oder doch lieber C. Dann meldete sich die Frage „Was würde ich tun, wenn ich keine Angst hätte?“ und sofort war klar, welchen Weg ich gehen würde.

Folgen Sie Ihrem Herzen!

Wie wertvoll und weitreichend eine Frage sein kann, erlebe ich immer wieder in meinen Coaching Sitzungen. Denn es geht bei dem wofür wir uns entscheiden eben nicht darum, dem Ratschlag eines guten Freundes zu folgen, sondern der Stimme unseres Herzens.

Und noch eine Frage begleitet mich seit vielen Jahren und hilft mir eine stimmige Entscheidung zu treffen

Wer will ich sein?

Wer will ich sein in Bezug auf die fragliche Situation oder mein Leben? Diese Frage habe ich aus dem Buch „Gespräche mit Gott“ Band 1 von Neale Donald Walsch. (Ergänzend stelle ich mir dann noch die Frage, „Worauf möchte ich zurückblicken?“).

Das Leben beginnt außerhalb der Komfortzone

Denken Sie immer daran das wirkliche Leben beginnt außerhalb der Komfortzone und ich bin mir sicher, das wollen Sie ebenso wie ich, wirklich leben.

Probieren Sie es gleich selbst mal aus. Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit. Rufen Sie sich eine Situation ins Gedächtnis, zu der Sie bisher keine zufrieden stellende Entscheidung getroffen haben und stellen Sie sich ganz ehrlich die folgenden zwei Fragen. Damit jeder Frage ihre volle Kraft entfalten kann, lassen Sie sich Zeit und spüre Sie nach der erste Frage einen Moment nach, bevor Sie zur zweiten Frage gehen:

  • Was würde ich tun, wenn ich keine Angst hätte?
  • Wer möchte ich sein?

Ich bin mir sicher, die Antwort kommt prompt. Es könnte passieren, dass Ihr Verstand gleich wieder einhakt und laut „ABER“ ruft. Das ist ganz natürlich und eine Art innerer Schutzmechanismus. Doch erlauben Sie sich für ein paar Minuten die Antwort zu genießen und sich daran zu erfreuen, dass Sie nun wissen was Sie „eigentlich“ wollen.

Ich bin überzeugt mit einer großen Portion Neugierde und Mut bei der Beantwortung den obigen Fragen kann jeder endlich eine stimmige Entscheidung treffen. Ich bin gespannt wie es Ihnen ergeht, lassen Sie es mich wissen - ich freue mich von Ihnen zu hören.

Herzliche Grüße
Ihre Vera Elkendorf

PS: Noch eine Bemerkung nebenbei. Wenn der „Nicht-Entscheider“ ganz zufrieden und glücklich damit ist keine Entscheidung zu treffen, dann kann ich nur empfehlen jegliche Versuche ihn davon zu überzeugen, dass er eine Entscheidung treffen muss zu unterlassen. Denn wer hat hier das Problem? Der Nicht-Entscheider der sich zwar Tag ein, Tag aus im Kreis dreht, aber damit ganz gut lebt? Oder Sie, weil es Sie schier wahnsinnig macht mit anzusehen wie sich jemand so lange im Kreis drehen kann? Lesen Sie hierzu meinen Artikel „Selbstverantwortung konsequent leben